Gebärmutterentfernung -was passiert, wenn ein Teil meiner Weiblichkeit gehen muss?

Zwischen Diagnose, Angst und Dankbarkeit stehe ich vor einer Entscheidung, die mein Verständnis von Weiblichkeit für immer verändert.

#1 Der Wendepunkt 04.05.2026

Ich stehe vor einer Entscheidung, die mein Frau-Sein verändert

Ich stehe gerade an einem Punkt in meinem Leben, den ich mir so nie ausgesucht hätte.

Ich bin noch vor der Operation.
Und gleichzeitig fühlt es sich an, als hätte etwas längst begonnen.

Meine Geschichte mit meinem Körper -

beginnt nicht erst hier.
Sie beginnt mit meiner ersten Periode – und starken Schmerzen.
Sie geht weiter über zwei Endometriose-Operationen.
Ein Abszess an der Bartholin-Drüse.

Diagnose die alles verändert:

HPV 16/18 PAP 4 b, g, es folgte eine Konisation.
Und jetzt phatologischer Befund: Plattenepithelkarzinom (invasiver Krebs) und Adenokarzinom in situ (ist eine Krebsvorstufe der Drüsenzellen im Gebärmutterhalskanal) die nicht mehr ignoriert werden können.

Die Empfehlung der Ärzte ist klar:
Die Gebärmutter soll entfernt werden. Komplett.
Mit Eileitern. Mit Gebärmutterhals.

Zwischen Verstand und Gefühl.

Ich stehe dazwischen.

Zwischen „das ist der richtige medizinische Weg“ und
„kann mein Körper es vielleicht doch selbst schaffen?

Und ich merke, wie ich innerlich versuche, irgendwo eine klare Antwort zu finden – aber es gibt gerade keine, die sich wirklich richtig anfühlt.“

Was mich am meisten erschüttert hat, ist nicht nur die Diagnose.

Es ist die Erkenntnis, dass mein Körper – trotz allem, was ich für ihn getan habe –

diesen Weg gegangen ist.

Ernährung.
Bewegung.
Mindset.
Nahrungsergänzung.

Und trotzdem ist dieser Virus geblieben.


Hat sich ausgebreitet.
Hat Macht übernommen.

Das fühlt sich ehrlich gesagt nicht nur körperlich an.
Sondern auch wie ein innerer Bruch.

Und dann ist da noch etwas anderes.

Der Abschied:

Meine Gebärmutter ist für mich nicht einfach ein Organ.

Sie ist der Ort, an dem Leben entstehen konnte.
Sie ist Teil meiner Weiblichkeit.
Teil meines Instinkts.
Teil meiner Geschichte.

Und jetzt stehe ich vor der Entscheidung, mich von ihr zu verabschieden.

Nicht, weil ich es möchte.
Sondern weil ich es muss.

Viele würden sagen:
„Sei froh, wenn es draußen ist. Dann ist das Risiko weg.“

Und ja – mein Kopf versteht das.

Aber mein Herz fühlt etwas anderes.

Trauer.
Tiefe Trauer.

Ein Abschied, den ich noch nicht greifen kann.

Und gleichzeitig diese Fragen:

Wer bin ich danach?
Bin ich noch verbunden mit mir?
Bin ich noch genauso Frau?

Oder vielleicht…
verändert sich Weiblichkeit gerade genau hier?

Vielleicht war sie nie nur an ein Organ gebunden.

Vielleicht ist sie etwas, das tiefer geht.
Etwas, das bleibt – auch wenn sich der Körper verändert.

Ich weiß es nicht.

Und genau das ist gerade meine Wahrheit:

Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, dass ich mich gerade zwischen Angst, Zweifel, Dankbarkeit und Trauer bewege.

Und dass dieser Weg – so schwer er ist – mich zwingt, mein Frau-Sein neu zu definieren.

Nicht aus einem Ideal heraus.
Sondern aus dem echten Leben.

Vielleicht liest du das und spürst, dass dich etwas daran berührt.

Dann nimm dir einen Moment:

  • Was würde passieren, wenn du erlaubst, dass sich dein Bild von dir selbst gerade verändert?

Vielleicht ist das nichts, was du sofort beantworten kannst.

Vielleicht ist es einfach ein Anfang.

Ein leises Wahrnehmen.

Wenn du dir dafür etwas mehr Raum nehmen möchtest, habe ich etwas für dich:

5 Fragen, die jede Frau sich über ihren Körper stellen sollte

Eine kleine, ehrliche Einladung, dich selbst und deinen Körper neu zu betrachten.

Für dich. In deinem Tempo → Hier kannst du sie dir kostenlos herunterladen.

#2 Kontrolle vs. Hingabe 16.05.2026

Ich kann meinen Körper nicht kontrollieren – und genau das verändert gerade alles

Der Wunsch nach Kontrolle

Ich merke gerade, wie sehr ich eigentlich daran geglaubt habe, dass ich meinen Körper beeinflussen kann.

Vielleicht nicht komplett kontrollieren.


Aber doch so, dass ich ihn „auf einem guten Weg halte“.

Gesunde Ernährung.
Bewegung.
Achtsamkeit.
Mindset.

All die Dinge, von denen wir glauben, dass sie uns gesund halten.

Und ich habe das nicht hinterfragt.

Es war einfach da.

Dieses leise Vertrauen:

Wenn ich gut für mich sorge, wird mein Körper gesund bleiben.

Und jetzt sitze ich hier und merke:

So einfach ist es nicht.

Wenn der Körper seinen eigenen Weg geht

Denn mein Körper ist trotzdem diesen Weg gegangen.

Mit HPV.
Mit Zellveränderungen.
Mit einer Entwicklung, die ich so nicht aufhalten konnte.

Und das hat etwas in mir erschüttert, womit ich nicht gerechnet habe.

Nicht nur die Diagnose an sich.

Sondern die Erkenntnis,
dass ich eben doch nicht alles in der Hand habe.

Dass da Prozesse sind, die sich meiner Kontrolle entziehen.

Und ich merke, wie ein Teil von mir immer noch sucht:

Habe ich etwas übersehen?
Hätte ich etwas anders machen können?
War es genug?

Und gleichzeitig spüre ich, dass mich diese Fragen in einer Schleife halten.

In dem Versuch, doch wieder Kontrolle zu bekommen.

Nicht Kontrolle. Sondern Beziehung.

Vielleicht geht es gerade gar nicht mehr darum.

Vielleicht geht es darum, anzuerkennen,
dass mein Körper nicht gegen mich arbeitet.

Sondern seinen eigenen Weg geht.

Auch wenn ich ihn nicht verstehe.
Auch wenn ich ihn mir anders gewünscht hätte.

Und vielleicht ist genau das der Punkt,
an dem etwas Neues beginnt.

Nicht Kontrolle.

Sondern Beziehung.

Ein anderes Zuhören.
Ein anderes Vertrauen.

Hingabe klingt für mich immer noch groß.
Fast ein bisschen zu groß.

Aber vielleicht ist es gar nichts Abgehobenes.

Vielleicht ist es einfach dieser Moment,
in dem ich aufhöre, gegen das anzukämpfen, was ist.

Und stattdessen frage:

Was brauche ich jetzt wirklich?

Und vielleicht geht es nicht nur mir so.

Vielleicht kennst du diesen inneren Konflikt.

Zwischen dem Wunsch, alles im Griff zu haben
und dem Gefühl, dass das Leben sich nicht vollständig steuern lässt.

Wo versuchst du noch, Kontrolle zu behalten – obwohl du innerlich längst spürst, dass etwas anderes gerade dran ist?

Gerade in den Übergängen unseres Körpers wird das so deutlich.

Beim ersten Zyklus.
In Phasen von Veränderung.
In Momenten, in denen wir gezwungen sind, neu hinzuschauen.

Vielleicht geht es nie nur darum, was im Körper passiert.

Sondern darum, wie wir gelernt haben, mit ihm umzugehen.

Und vielleicht beginnt genau da etwas Neues.

Copyright © 2026

Christine Brugger